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Arzneimittel können die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen

Welche dramatischen Folgen Alkohol am Steuer haben kann, ist hinlänglich bekannt. Doch auch Medikamente können die Reaktionsfähigkeit, das Sehvermögen oder die Wahrnehmung verändern - auch dann, wenn sie keinen Alkohol enthalten. Jeder vierte Unfall im Straßenverkehr geht auf die Einnahme von Kapseln, Tabletten oder Tropfen zurück. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker informieren, bei welchen Präparaten Vorsicht geboten ist.

"Eines unter fünf Arzneimitteln kann die Fahrtüchtigkeit beeinflussen", sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der der Apothekerkammer Thüringen. "Dazu zählen nicht nur Medikamente, die für die Therapie chronischer Krankheiten eingesetzt werden. Selbst rezeptfreie Präparate gegen Erkältungen oder Heuschnupfen können die Fähigkeit, mit dem Auto oder aber auch mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilzunehmen, beeinträchtigen."

Das Reaktionsvermögen kann abnehmen, wenn Medikamente gegen Hypertonie oder Diabetes eingenommen werden. "Diese Arzneimittel senken den Blutdruck beziehungsweise erniedrigen den Blutzuckerspiegel. Das kann die Konzentration vermindern", so Neidel. Zu anderen verschreibungspflichtigen Präparaten, die auf die Fahrtauglichkeit wirken, zählen Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder starke Schmerzmittel. Sie verändern die Wahrnehmung oder die Bewegungsfähigkeit.

"Insbesondere wenn Patienten ihr Medikament noch nicht lange einnehmen oder das Präparat gewechselt haben, ist Vorsicht geboten", sagt Neidel. "Denn der Körper ist mitunter noch nicht komplett auf das Medikament eingestellt." Auch im Bereich der Selbstmedikation gibt es Arzneimittel, die die Fahrtüchtigkeit einschränken: "Menschen mit Heuschnupfen oder Allergien müssen gerade in den Sommermonaten entsprechende Mittel einnehmen, um die Symptome zu lindern", so der Apotheker. Einige dieser Medikamente machen müde. Gleiches gilt für Arzneimittel, die bei Reiseübelkeit oder bei grippalen Infekten eingesetzt werden. "Wer entsprechende Tabletten oder Kapseln eingenommen hat, sollte sich nicht hinter das Steuer setzen", warnt Neidel.

Wie ein Arzneimittel beim einzelnen Patienten wirkt - und damit auch welche Nebenwirkungen wie stark auftreten -, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Alter und Gewicht sind das weitere Erkrankungen und sonstige Arzneimittel, die eingenommen werden. "Inwieweit die Fahrtüchtigkeit durch Arzneimittel eingeschränkt wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich", erklärt Neidel. "Daher gibt es im Gegensatz zu Alkohol bei Medikamenten keine Grenzwerte, ab denen Autofahren verboten ist."

"Thüringens Apothekerinnen und Apotheker wissen, ob die eingenommenen Präparate die Fahrtüchtigkeit einschränken und geben Tipps, welche Arzneimittel für Autofahrer geeignet sind", so Neidel. "Egal ob vom Arzt verordnet oder im Rahmen der Selbstmedikation - wer Arzneimittel einnimmt und Auto fahren will, sollte sich vorher informieren und auf die eigenen Körpersignale achten."

LAKT: 14.07.2010

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