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Was tun bei sehr starken Regelbeschwerden?

Steht die Monatsblutung an, sind Schmerzen für viele Frauen "die Regel". Bis zu 80 Prozent klagen kurz vor und während der Periode über krampfartige oder ziehende Schmerzen im Unterleib. Beeinträchtigen sehr heftige Beschwerden sogar den Alltag der Betroffenen, spricht man von Dysmenorrhö: unter ihr leidet etwa jede zehnte Frau. Doch das muss nicht sein. Bei Thüringens Apothekerinnen und Apothekern finden Betroffene Rat und Hilfe.

"Die Schmerzen sind eine "Nebenwirkung" des normalen Zyklusgeschehens", erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. Zur Vorbereitung einer Schwangerschaft baut sich in jedem Zyklus die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut neu auf. Tritt keine Schwangerschaft ein, muss die nun nutzlose "alte" Schleimhaut entsorgt werden. Das geschieht mit der Monatsblutung. Um die Schleimhaut abzustoßen, zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammen: das erleben viele Frauen als schmerzhaft. Die Beschwerden setzen meist einige Stunden vor Blutungsbeginn ein, sind oft in den ersten Tagen am stärksten und klingen spätestens mit dem Ende der Periode wieder ab.

Ob und wie sehr die Regel zur Leidenszeit wird, ist individuell verschieden. Besonders Mädchen und junge Frauen klagen häufig über eine schmerzhafte Regelblutung; manche Frauen leiden zudem unter Rückenschmerzen, Spannungsgefühlen in den Brüsten und allgemeinem Unwohlsein. Sogar Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall können hinzukommen.

Da alle Zyklusvorgänge von Hormonen gesteuert werden, sind meist hormonelle Störungen an den Beschwerden schuld, vor allem, wenn sie ab der ersten Regelblutung auftreten. "Der Körper produziert dann zu viele der Botenstoffe, die das Zusammenziehen der Muskulatur bewirken", weiß Neidel. Auch psychische Faktoren wie Stress spielen häufig eine Rolle. "Entwickeln sich Regelbeschwerden jedoch erst nach Jahren oder werden plötzlich sehr heftig, kommen auch organische Ursachen in Betracht", so der Apotheker. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Er kann eine genaue Diagnose stellen.

Liegt kein organischer Befund vor, kann Frau selbst viel für sich tun. Wärme und Entspannung sind Trumpf: Wärmflasche, Bad oder Massage wirken krampflösend und somit schmerzlindernd, auch Kräutertees aus Frauenmantel oder Gänsefingerkraut können helfen. Generell sollten Frauen sich während der "Tage" schonen und öfter mal eine Pause einlegen.

Reicht das nicht aus, helfen Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Paracetamol. Meiden sollten Frauen dagegen Präparate mit Acetylsalicylsäure: "Sie wirken gerinnungshemmend und können zu übermäßigem Blutverlust führen", so Neidel. Da nicht jedes Präparat jeder Frau hilft, sollten schmerzstillende Medikamente nie ohne vorherige Beratung in der Apotheke oder durch einen Arzt eingenommen werden.

Längerfristig lindern oder gar verhindern lassen sich die Beschwerden durch regelmäßige Bewegung und Entspannungstechniken wie etwa Yoga. So wird die Durchblutung des Beckens gefördert, die Muskulatur gelockert und nicht zuletzt Stress abgebaut - eine Wohltat nicht nur bei Regelschmerzen.

LAKT: 28.02.2012

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